Hier werden Ihnen 37 Fragen über den Islam beantwortet. Eine kurze Einführung in den Islam
 
 
Überblick
 
Frage  1: Was ist Islam?
 
Frage  2: Wer ist Allah?
 
Frage  3: Was bedeutet der Begriff Muslim?
 
Frage  4: Wer war Muhammad?
 
Frage  5: Beten Muslime Muhammad an?
 
Frage  6: Was sagen Muslime über Jesus?
 
Frage  7: Gibt es im Islam verschiedene Glaubensrichtungen?
 
Frage  8: Was sind die grundlegenden Pflichten eines Muslim?
 
Frage  9: Welche Rolle spielen Gottesdienste im Islam?
 
Frage10: Was erwartet den Muslim nach seinem Tod?
 
Frage11: Was passiert mit einem "Ungläubigen" nach seinem Tod und gibt es Sünden, die Gott nicht vergibt?
 
Frage12: Warum müssen muslimische Frauen Kopftuch tragen?
 
Frage13: Ist im Islam nur Schweinefleisch verboten?
 
Frage14: Gibt es einen "heiligen Krieg" oder was ist "Jihad"?
 
Frage15: Welche Feiertage kennt der Islam?
 
Frage16: Was ist die Shariah?
 
Frage17: Wurde der Islam mit "Feuer und Schwert" verbreitet?
 
Frage18: Wie steht der Islam zu Gewalt und Terrorismus?
 
Frage19: Was ist islamischer "Fundamentalismus"?
 
Frage20: Hat der Islam eine eigene Zeitrechnung?
 
Frage21: Warum dürfen muslimische Männer mehrere Frauen heiraten?
 
Frage22: Werden die Frauen im Islam unterdrückt?
 
Frage23: Ist der Islam religiösen Minderheiten gegenüber intolerant?
 
Frage24: Wie lautet die islamische Meinung zu folgenden Fragen:
                - Freundschaften und intime Beziehungen
                - Homosexualität
                - Schwangerschaftsverhütung und Abtreibung
                - Sterbehilfe und Selbstmord
 
Frage25: Wie sollen sich Muslime gegenüber Juden und Christen verhalten?
 
Frage26: Der Glaubensartikel
 
Frage27: Die Gesandten und Propheten Gottes
 
Frage28: Die Offenbarungen und der Quran
 
Frage29: Die Engel
 
Frage30: Der Jüngste Tag
 
Frage31: Die Vorherbestimmung
 
Frage32: Der Zweck des Lebens
 
Frage33: Die Stellung des Menschen
 
Frage34: Die Vergebung
 
Frage35: Die Annahme des Glaubens
 
Frage36: Die Glaubenspraxis
 
Frage37: Der Islam umfasst alle Lebensbereiche
 
 
 
 
 
 
 
1. Was ist Islam? 
"Islam" ist ein arabisches Wort und bedeutet in etwa: Hingabe, Ergebung, Unterwerfung. 
 
Islam ist also die religiöse Ideologie der Hingabe, die religiöse Ideologie des sich Ergebens und Unterwerfens unter den Willen Gottes.
 
Derjenige, der diesen Akt der Hingabe und Unterwerfung vollzieht, ist ein Muslim.
Aus diesem Grunde hört es ein Muslim auch nicht gerne, wenn seine Religion Mohammedanismus und er selbst Mohammedaner genannt wird.
 
Denn allzu leicht nur führt diese Benennung zu Missverständnissen und falschen Vorstellungen gegenüber dem Islam und den Muslimen, so wie wir es Tag für Tag erleben können.
 
Und mit welchem Recht auch könnte man einen Muslim Mohammedaner nennen, wo doch Muhammad (Frieden 
und Segen seien auf ihm) nur einer in der langen Reihe der Propheten ist, an die der  Muslim glaubt und zwischen denen er, gemäß einer qur'anischen Aussage, keinen Unterschied machen darf:
In Sura 2:285 heißt es über die Gläubigen: 
 
 "...sie alle glauben an Allah, an Seine Engel, an Seine Bücher und an Seine Gesandten (und sprechen): 'Wir 
machen keinen Unterschied zwischen Seinen Gesandten'."
 
Außerdem ist der Name  Islam gottgegeben, denn in Sura 5:3 spricht Allah zu den Gläubigen Folgendes:  
 
"Heute habe Ich eure Glaubenslehre für euch vollendet und Meine Gnade an euch erfüllt, und Ich bin zufrieden, 
dass ihr den Islam als Glaubens- und Verhaltenslehre habt."
 
Und in Sura 3:19 spricht Allah:  
 
"Wahrlich, die Religion bei Allah ist der Islam."
 
Und in Sura 3:84 heißt es:
 
"Sprich, wir glauben an Allah und an das, was zu uns herabgesandt worden ist, und an das, was herabgesandt wurde zu Abraham und Ismail und Jakob und zu den Stämmen. Und wir glauben an das, was Mose und Jesus und den anderen Propheten gegeben wurde von ihrem Herrn. Wir machen keinen Unterschied zwischen ihnen, und Ihm unterwerfen wir uns" -
 
im Arabischen steht hier:  "wa nahnu lahu muslimûn". Und weiter heißt es:
 
"Und wer eine andere Glaubenslehre sucht als den Islam: Nimmer soll sie von ihm angenommen werden."(3:85)
 
Alle Propheten rufen zum Islam auf.
Der Islam ist nicht nur jene Religion und Ideologie, die Allah dem Propheten Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) offenbarte, sondern er ist die Religion, die Glaubenslehre schlechthin, die Gott allen Propheten offenbarte, von Adam über Noah und Abraham bis hin zu Mose, Jesus und Muhammad. Und so heißt es im Qur'an in Sura 
 
3:67 z. B. über Abraham: "Abraham war weder Jude noch Christ. Er war vielmehr ein 
Rechtgläubiger, ein Gottergebener (Muslim)."
 
Und Allah sagt über die Jünger Jesu in Sura 
 
5:111:  "Und als ich den Jüngern eingab, an Mich und Meine Gesandten zu glauben, sagten sie: 'Wir glauben! So bezeuge Du, dass wir Muslime (Gottergebene) sind." 
 
Und in Sura 10:72 werden die Worte Noahs (segne ihn und schenke ihm Heil) wiedergegeben: "Ich habe keinen Lohn von euch verlangt. Allah allein kommt für meinen Lohn 
auf. Und mir wurde befohlen, einer der Muslime zu sein."
 
Weil sich also Abraham dem Willen Gottes unterwarf und alles tat, um das Wohlgefallen Allahs zu erlangen, war er ein Muslim, genauso wie alle Propheten vor und nach ihm, und genauso wie alle, die diesen Propheten 
folgten: die Jünger Jesu ebenso wie die Israeliten, die Mose aus Ägypten folgten, und 
die Gefährten des Propheten Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) genauso 
wie jeder Mensch zu jeder Zeit, der sich aufrichtig suchend Gott hingibt.
 
Denn: "Suchet, so werdet ihr finden, und klopfet an, so wird euch aufgetan."
 
Alle Propheten, die Allah aus dieser Menschheit auswählte, wurden mit der gleichen Aufgabe betraut: Sie sollten den Menschen den Islam bringen. Sie sollten ihnen klar machen, dass der Mensch nur dann wirklich frei werden kann, frei vom Dienst an allen unwürdigen Götzen, wenn er sich freiwillig und mit ganzem Herzen Gott unterwirft, dem Einzigen, dem aller Dienst gebührt.
 
Denn sobald sich der Mensch vom Dienst an Gott freimacht, wird er automatisch zum Sklaven eines Götzen, wie immer dieser auch heißen möge: Mammon, Sex, eigenes Ich (Ego) oder sonstwie. 
 
Und so sagt der Prophet Noah in Sura
 
71:2-3: "Oh mein Volk! Ich bin euch ein deutlicher Warner, dass ihr Allah dient und Ihn fürchtet und Ihm Folgschaft leistet."
 
Und Abraham (Friede sei auf ihm) sagt zu 
seinen Leuten in Sura
 
29:16:  "Dient Allah und fürchtet Ihn. Das ist besser für euch, wenn ihr nur wüsstet!"
 
Und der Prophet Jesus sagt in Sura
 
5:117 zu Allah: "Ich habe ihnen nur gesagt, was Du mir befohlen hast, (nämlich): 'Dient Allah, meinem und eurem Herrn!'"
 
 
Und der Prophet Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) sagt in Sura
 
2:21: "Oh, ihr Menschen, dient eurem Herrn, der euch erschaffen hat und diejenigen, die vor euch waren.
Vielleicht werdet ihr dann gottesfürchtig."
 
Und in Sura 16:36 sagt Allah: "Und wir beriefen aus jeder Gemeinschaft einen Propheten 
(mit der Aufforderung): 'Dienet Allah und meidet die Götzen!'" 
 
Also ist die Geschichte der Menschheit auch gleichzeitig die Geschichte des Islams in dieser Welt. Wann immer die Menschen eines Volkes ohne Leitung waren, weil die ursprüngliche Lehre verloren gegangen oder von Menschen geändert worden war, dann erweckte Allah aus der Mitte dieses Volkes einen Gesandten, der die Aufgabe hatte, den 
Islam in seiner ursprünglichen Reinheit wiederherzustellen.
 
Dies geschah so lange, bis die Menschheit in der Lage war, diese göttliche Ideologie in allen Einzelheiten aufzuzeichnen und zu bewahren, sodass von nun an jeder willige Mensch die Möglichkeit hatte, die reine Lehre des Sich-Gott-Ergebens, aus der unveränderten göttlichen Offenbarung heraus zu erkennen. Und aus diesem Grund 
war der Prophet Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) der letzte in der langen Reihe der Propheten, denn nun stand ja die Lehre fest. Niemand konnte sie mehr verändern.
 
Ein für alle Mal war sie in den Herzen und Büchern bewahrt worden. Wer immer zu Gott finden wollte, dem stand die unveränderte göttliche Offenbarung in Form des Qur'ans zur Verfügung. Somit betont der Islam den einheitlichen Ursprung aller Religionen.
 
Nach seiner Lehre sind dem menschlichen Geist, trotz seiner großen Möglichkeiten, bestimmte Grenzen gesetzt, die er weder mit den exakten noch mit den empirischen Wissenschaften überschreiten kann. So liegt für den Menschen das sichere Wissen um die letzten Wahrheiten
 
- Woher komme ich?, Wohin gehe ich?, Warum bin ich hier? 
 
jenseits dieser Grenzen, und die einzige Quelle, die dem Menschen für die Erreichung dieses Wissens offen steht, ist die göttliche Offenbarung, die ihm von Anbeginn der Zeit zur Verfügung stand.
 
Die Propheten des einen Gottes erschienen im Verlauf der Geschichte in jedem Land und bei jeder Gemeinschaft und überbrachten den Menschen die Weisungen Gottes. Nur konnte diese göttliche Ideologie nicht rein erhalten bleiben und allein die letzte Offenbarung Gottes an den Propheten Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) ist, wissenschaftlich beweisbar, bis auf den heutigen Tag den Menschen unverfälscht zugänglich. 
 
Islam bedeutet auch Frieden herbeizuführen und Hingabe. Frieden herbeiführen heißt, dass der Gläubige mit sich selbst und mit seiner Umgebung in Frieden leben soll. Hingabe drückt sich in der Annahme des Willens 
Gottes aus. Der Muslim erlangt Frieden durch die Ergebung in Gottes Willen. Im Qur’an, der heiligen Schrift der Muslime, sagt Gott selbst, dass Er den Islam für die Menschen als Religion erwählt hat:
 
"...Heute habe ich für euch eure Religion vollständig gemacht, und Ich 
habe Meine Gnade an euch erfüllt, und Ich habe für euch den Islam als Religion gemacht... " (5:3). 
 
Die abendländische Bezeichnung "Mohammedaner" lehnen die Muslime ab, da Muhammad 
(Frieden und Segen seien auf ihm) als Prophet der Überbringer der Botschaft des Islams war, Gott allein  aber anbetungswürdig ist.
 
 
 
 
2. Wer ist "Allah"?
Allah ist das arabische Wort für "der eine Gott" und nicht der Name eines privaten Gottes der Muslime. Allah ist der einzige zu Recht angebetete und verehrte Schöpfer des Universums; auch arabische Christen nennen 
Gott Allah.
 
Er schuf die Menschen und zeigte ihnen durch Seine Offenbarung den besten 
Weg für sie im Diesseits, damit sie im Jenseits nicht eine Strafe erleiden müssen.
 
 
 
 
3. Was bedeutet der Begriff "Muslim"?
Der Bedeutung des Wortes nach ist ein Muslim jemand, der sich freiwillig dem Willen Gottes hingibt und die Herbeiführung des Friedens als seine Aufgabe ansieht.
 
Man wird Muslim, indem man erklärt, "dass es keinen Gott außer dem Einen gibt und Muhammad der Gesandte Gottes ist"
Im weitesten Sinne ist ein Muslim jemand, der sich freiwillig und bewusst dem Willen Gottes hingibt. Deswegen waren alle Propheten, die dem Propheten Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) vorausgingen, ebenfalls Muslime.
 
Der Qur’an erwähnt in besonderer Weise Abraham, der lange vor Mose und Jesus lebte und der ''nicht Jude und nicht Christ'', sondern ''Muslim'' war (Qur’an 3:67), weil er sich dem Willen Gottes hingegeben hatte.
 
Es gibt Menschen, die sich zwar Muslime nennen, sich aber nicht dem Willen Gottes unterordnen, während andere wiederum ihr Bestes geben, um eine islamische Lebensweise zu führen.
 
Man kann sich kein Urteil über den Islam bilden, wenn man nur die Menschen betrachtet, die zwar einen muslimischen Namen tragen, sich aber in ihren Handlungen und in ihrer Lebensweise nicht wie Muslime verhalten.
 
Inwieweit jemand Muslim ist, hängt von der Bereitschaft ab, mit der er sich in Glaube und Tat dem Willen Gottes hingibt.
 
 
 
 
4. Wer war Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm)?
Muhammad wurde um das Jahr 570 n. Chr. in der Stadt Makkah in Arabien als Mitglied eines angesehenen Stammes geboren.
 
Seine Vorfahren gehen auf den Propheten Ismael, den Sohn Abrahams, zurück. Muhammads 
Vater starb vor dessen Geburt und seine Mutter, als er sechs Jahre alt war.
 
Er besuchte keine Schule, sondern wurde  wie in jenen Tagen üblich  von einer Amme aufgezogen und später von seinem Großvater und seinem Onkel aufgenommen und erzogen. Von seiner Jugend an war er als rechtschaffener Mensch bekannt.
 
Ungefähr im Alter von vierzig Jahren erschien ihm der Engel Gabriel (Friede sei auf ihm) in jener Höhle, in die Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) sich zurückzuziehen pflegte, und offenbarte ihm, 
dass er ein Prophet Gottes sei. Die nachfolgenden Offenbarungen Gottes wurden in einem Zeitraum von 23 Jahren herabgesandt und später in Buchform zusammengetragen. 
 
Der Qur`an ist die letzte und abschließende Offenbarung. Er ist unverändert und in seiner Originalform erhalten; er bestätigt die Thora, die Psalmen und das Evangelium, welche von den Menschen im Laufe der Zeit verändert 
worden sind.
 
 
 
 
5. Beten die Muslime Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) an?
Nein.
 
Die Muslime beten weder Muhammad noch irgendeinen anderen Propheten an.
 
Die Muslime erkennen alle früheren Propheten an, wie Adam, Noah, Abraham, David, Salomo, Mose, Jesus und alle anderen (Friede sei mit ihnen allen).
 
Die Muslime glauben, dass Muhammad das Siegel der Propheten war, d.h. der letzte der Gesandten Allahs. Sie glauben, dass allein Gott und nicht irgendein menschliches Wesen angebetet werden darf.
 
 
 
 
6. Was sagen die Muslime über Jesus?
Die Muslime achten Jesus (Friede sei auf ihm) und seine Mutter Maria sehr. Der Qur’an berichtet uns, dass Jesus durch ein Wunder ohne Vater geboren wurde.  "Das Gleichnis von Isa (Jesus) ist ja bei Allah wie das 
Gleichnis von Adam, Er schuf ihn aus Erdreich, dann sprach Er zu Ihm:
 
Sei!, und er war." (3:59).
 
Er vollbrachte mit Gottes Hilfe als Prophet viele Wunder, unter anderem konnte er gleich nach seiner Geburt sprechen, um seine Mutter zu verteidigen und ihre Frömmigkeit zu bestätigen. Gott gab ihm 
noch andere Fähigkeiten wie z. B. das Heilen von Blinden und Kranken, das Wiedererwecken von Toten, das Formen eines lebendigen Vogels aus Ton und das Wichtigste: Er gab ihm eine Botschaft für die Menschen. Diese 
mit Gottes Erlaubnis ausgeführten Wunder bestätigten Jesus als Propheten. Er wurde nicht gekreuzigt, sondern in den Himmel erhoben (Qur’an 3:54-55).
 
Die Sura Maryam (19) beschreibt die Wunder Jesu in den Versen 27-34.
 
 
 
 
7.  Gibt  es  im  Islam  verschiedene  Glaubensrichtungen?
Die Sunniten folgen dem Qur’an und der Sunnah des Propheten Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm); die Schiiten hingegen ihren Gelehrten. Heute machen die Schiiten ungefähr 10% der muslimischen Bevölkerung aus. Die meisten davon leben im Iran und im Irak, während die Muslime in anderen Ländern zumeist Sunniten sind.
 
 
 
 
8. Was sind die grundlegenden Pflichten eines Muslims?
Der Islam basiert auf fünf Säulen, aus denen sich die Pflichten ergeben. Diese sind: 
 
1) Das Bezeugen (Schahada), dass niemand es verdient hat, angebetet zu werden außer (Gott) Allah und dass 
Muhammad (Friede sei auf ihm) Sein Gesandter und Diener ist.
 
2) Das Gebet (Salah), das fünfmal am Tag vorgeschrieben ist.
 
 
3) Das Fasten (Siyam), welches im Monat Ramadan durchgeführt wird.
 
4) Die Armensteuer (Zakah), die eine Pflichtabgabe für gute Zwecke vom Vermögen der Wohlhabenden ist.
 
5) Die Wallfahrt nach Makkah (Hajj), welche jeder Muslim, der körperlich und finanziell dazu in der Lage ist, mindestens einmal im Leben verrichten muss.
 
Alle Säulen dieses Glaubensgebäudes sollten die gleiche Relevanz für einen Muslim besitzen, um dem Gebäude seine entsprechende Gestalt zu verleihen.
 
Es ist widersprüchlich, wenn jemand die Pilgerfahrt vollzieht, ohne dass er fastet oder die Gebete regelmäßig verrichtet. Stellen wir uns weiterhin ein Gebäude vor, welches nur aus Säulen besteht. Man kann es kaum ein Gebäude nennen.
 
Dazu muss es ein Dach, Wände und auch Türen und Fenster besitzen. Diesen Teil des Glaubensgebäudes bildet im Islam das moralische Verhalten, das sich in Tugenden wie z. B. Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, Geduld und vielen anderen Eigenschaften äußert.
 
Deshalb sollte ein Muslim nicht nur die Säulen des Islam praktizieren, sondern auch stets bemüht sein, seinen Charakter entsprechend weiterzuentwickeln.
 
 
 
 
9. Welche Rolle spielen Gottesdienste im Islam?
Der Zweck der Gottesdienste im Islam ist es, sich der Gegenwart Gottes bewusst zu werden. Der Gottesdienst, sei es nun das Gebet, das Fasten oder die Armenabgabe, ist ein Schritt auf dem Weg zu dem Ziel, Gottes 
Wohlgefallen zu erlangen.
 
Wenn jemand in seinen Gedanken und in seinem Handeln im Bewusstsein Gottes lebt, dann kann er sowohl im Diesseits als auch im Jenseits auf Dessen Wohltaten hoffen.
 
 
 
 
10. Was erwartet den Muslim nach seinem Tod?
Gott ist gerecht, und damit Er Seine Gerechtigkeit ausüben kann, gibt es im Islam das Prinzip der Verantwortlichkeit. Die Menschen, die Gutes tun, werden belohnt, und diejenigen, die schlechte Dinge tun, entsprechend bestraft.
 
Deshalb hat Er das Paradies und die Hölle geschaffen, in die der Mensch unter bestimmten Voraussetzungen gelangt.Die Muslime wissen, dass das gegenwärtige Leben nur von kurzer Dauer ist und dass darauf ein anderes folgt.
 
Das diesseitige Leben ist eine Prüfung, und wenn wir diese Prüfung bestehen, wird uns ein ewiges Leben 
der Glückseligkeit in der Gemeinschaft von aufrichtigen Menschen im Paradies zuteil.
 
 
 
 
11. Was passiert mit einem "Ungläubigen" nach dem Tod und gibt es Sünden, die Gott nicht vergibt?
Allah sagt im Qur’an in der Sura 3, Vers 85: 
 
"Und wer eine andere Religion als den Islam begehrt: Nimmer soll sie von ihm angenommen werden, und im Jenseits wird er unter den Verlierern sein.“ 
 
In der Sura 4, Vers 47 bis 48, lautet Allahs klarer und eindeutiger Befehl an die Christen und die Juden, dem Qur’an zu folgen:
 
"O ihr, denen die Schrift (Christen und Juden) gegeben wurde, glaubt an das (Qur’an), was Wir herabgesandt haben und welches das bestätigt, was euch schon vorliegt, bevor Wir manche Gesichter vernichten und sie auf ihre Rücken werfen oder sie verfluchen, wie Wir die Sabbatleute verfluchten. Und Allahs Befehl wird mit Sicherheit ausgeführt. Wahrlich, Allah wird es nicht vergeben, dass Ihm Götter zur Seite gestellt werden; doch Er vergibt das, was geringer ist als dies, wem Er will. Und wer Allah Götter zur Seite stellt, der hat wahrhaftig eine gewaltige Sünde begangen."
 
 
 
 
 
12. Warum müssen muslimische Frauen Kopftuch tragen?
Der Muslim sollte auch bezüglich seiner Kleidung auf Bescheidenheit Wert legen, und der Mensch sollte nicht als bloßes Objekt der Begierde betrachtet werden.
 
Deshalb gibt es im Islam sowohl für Männer als auch für Frauen Bekleidungsvorschriften.
 
Die Kleidung darf weder zu dünn sein noch zu eng anliegen, damit die Körperformen nicht sichtbar werden. Die Bekleidung des Mannes muss mindestens den Bereich vom Nabel bis zum Knie bedecken, bei der Frau muss die Kleidung ihren ganzen Körper bedecken.
 
Diesen Regelungen liegt die Qur’anstelle (24:31) zugrunde, die durch Aussagen des Propheten Muhammad präzisiert wird.
 
Diese Vorschriften, wie auch andere Vorschriften im Islam, gelten für die Muslime verbindlich ab der Pubertät, da dieser Einschnitt die Volljährigkeit kennzeichnet.
 
 
 
 
13. Ist im Islam nur Schweinefleisch verboten?
Dem Muslim wird im Qur’an aufgetragen, kein Schweinefleisch, keine Produkte vom Schwein und kein Fleisch von verendeten Tieren zu essen (Qur’an 5:3).
 
Zudem ist das Fleisch von Raubtieren nicht erlaubt, weil sie selbst verendete Tiere fressen. Ein Muslim darf außerdem keine alkoholischen Getränke, wie z. B. Wein oder Bier, und auch keine Drogen zu sich nehmen. Zudem darf sich ein Muslim nur von dem Fleisch ernähren welches mit Allahs Namen geschlachtet wurde
 
"Verboten hat Er euch nur (den Genuss von) natürlich Verendetem, Blut, Schweinefleisch und dem, worüber etwas anderes als Allah angerufen worden ist. Wenn aber jemand (dazu) gezwungen ist, ohne (es) zu begehren und ohne das Maß zu überschreiten, so trifft ihn keine Schuld; wahrlich, Allah ist Allverzeihend, Barmherzig." (Koran 2,173)
 
 
 
 
14. Gibt es einen "heiligen Krieg" oder was ist "Jihad"?
Oft werden in den Medien Begriffe wie Jihad und ''heiliger Krieg'' genannt und gleichgesetzt. Im Islam gibt es den Begriff des heiligen Krieges nicht.
 
Gemeint ist eigentlich das Wort Jihad, welches "Anstrengung" oder genauer "sich auf dem Wege Gottes anstrengen" bedeutet. Jede Anstrengung im Alltagsleben, die unternommen wird, um Gott zufrieden zu stellen, kann als Jihad betrachtet werden.
 
Eine der höchsten Stufen des Jihad ist es, sich gegen die Herrschaft eines Tyrannen zu erheben und ihm die Wahrheit zu sagen. Gegen sein Ego zu kämpfen und sich von schlechten Verhaltensweisen fernzuhalten, ist ebenfalls eine große Anstrengung auf dem Wege Gottes. 
 
Zum Jihad gehört auch, dass man zu den Waffen greift, um den Islam oder ein muslimisches Land zu verteidigen. 
 
Diese Art des Jihad muss von einer religiösen Führung oder von einem muslimischen Staatsoberhaupt, das dem Qur’an und der Sunnah folgt, ausgerufen werden.
 
 
 
 
15. Welche Feiertage kennt der Islam?
Mit dem `Id-ul Fitr (Fest des Fastenbrechens, türkisch: Ramazan bayramî) endet die Fastenzeit im Monat Ramadan. Dieses Fest feiern die Muslime mit einem öffentlichen Gebet, besonderem Essen und gegenseitigen Besuchen und Geschenken. 
 
Das `Id-ul Adha (Opferfest, türkisch: Kurban bayramî) findet gegen Ende der Hajj, der jährlichen Pilgerfahrt nach Makkah, statt. Nach dem öffentlichen Gebet schlachten diejenigen, die finanziell dazu in der Lage sind, ein Schaf oder ein anderes Tier, um den Gehorsam des Propheten Abraham gegenüber Gott zum Ausdruck zu bringen und daran zu erinnern, dass dieser sogar bereit war, seinen Sohn Ismael für Gott zu opfern
(Qur’an 37:101-107).
 
 
 
 
16. Was ist die Schariah?
Die Schariah ist das umfassende Gesetz der Muslime, das von zwei Quellen abgeleitet wird:
a) dem Qur’an und
b) der Sunnah, den Handlungen des Propheten Muhammad.
 
Sie umfasst alle Bereiche des persönlichen und gesellschaftlichen Lebens im Alltag. Das Ziel des islamischen Gesetzes ist der Schutz der Grundrechte des Menschen als Individuum. 
 
Dies schließt das Recht auf Leben und Besitz, auf politische und religiöse Freiheit sowie den Schutz der Rechte der Frau und von Minderheiten mit ein. Die niedrige Verbrechensrate in muslimischen Gesellschaften ist auf die Anwendung des islamischen Gesetzes zurückzuführen.
 
Ein Videovortrag zu diesem Thema: http://www.youtube.com/watch?v=S2WExltUnVw
 
 
 
 
17. Wurde der Islam mit "Feuer und Schwert" verbreitet?
Im Qur’an heißt es:
 
"Es gibt keinen Zwang im Glauben" (2:256) 
 
deshalb kann niemand gezwungen werden, zum Islam überzutreten. 
Es stimmt, dass die muslimischen Armeen, die auszogen, um ein Volk oder ein Land zu befreien, meistens das Schwert mit sich trugen.
 
Der Islam wurde aber nicht durch das Schwert verbreitet, denn an vielen Orten, wo 
jetzt Muslime leben, wie z. B. im Fernen Osten, in Teilen Chinas oder in vielen Gegenden Afrikas, finden wir keine Berichte darüber, dass dort jemals muslimische Heere einmarschierten.
 
Wenn man sagt, dass der Islam mit dem Schwert verbreitet wurde, müsste man auch sagen, dass das Christentum mit Gewehren, F16-Bombern und Atomraketen verbreitet wurde, was ja auch nicht der Wahrheit entspricht.
 
Das Christentum wurde durch die Tätigkeit von Missionaren verbreitet, der Islam hingegen von muslimischen 
Händlern und Reisenden. Zehn Prozent aller Araber sind immer noch Christen. Auch in den anderen muslimischen 
Ländern hat die Toleranz der Muslime das Überleben von nichtmuslimischen Minderheiten, die es bis heute in fast allen muslimischen Ländern gibt, gewährleistet.
 
In der Bundesrepublik Deutschland nehmen auch Deutsche freiwillig und aus Überzeugung den Islam an. Sie und alle anderen Muslime wollen mit ihren Mitmenschen friedlich zusammenleben und besitzen keine Schwerter, um andere zum Islam zu bekehren. 
 
 
 
 
18. Wie steht der Islam zu Gewalt und Terrorismus?
Der Islam ist die Religion des Friedens und der Hingabe zu Gott und legt Wert auf die Unverletzlichkeit des menschlichen Lebens. Ein Vers im Qur’an sagt:
 
 "... wer eine Seele tötet,  nicht wegen einer Seele oder Verderbenstiften auf der Erde, - es dann so ist, als 
habe er die Menschheit insgesamt getötet..."(5:32).
 
Der Islam verurteilt jede Form von Gewalt, wie z. B. in den Kreuzzügen, in Spanien während der Inquisition, im 2. Weltkrieg, oder die Gräueltaten, die durch die Serben in Bosnien verübt wurden.
 
Jemand, der Gewalt ausübt, kann nicht gleichzeitig seine Religion praktizieren. Manchmal ist Gewaltanwendung jedoch die menschliche Reaktion eines unterdrückten Volkes. Terrorismus und Gewalt gibt es auch dort, wo keine oder kaum Muslime leben, z.B. in Nordirland, Südafrika, Lateinamerika oder in Sri Lanka.
 
Manchmal findet Gewalt im Kampf zwischen Besitzenden und Besitzlosen oder zwischen Unterdrückten und Unterdrückern statt.
 
Man muss differenzieren und herausfinden, warum Menschen zu Terroristen werden. Terrorismus als Mittel zur Durchsetzung von bestimmten Zielen widerspricht den Grundsätzen des Islams.
 
Sogar im Krieg hat der Prophet Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) es verboten, Menschen zu bekämpfen, die sich nicht an den Kampfhandlungen beteiligen. Er ging noch weiter, indem er sagte, dass es verboten ist, die Ernte des Gegners zu zerstören. Zudem soll Mann wärend der Kriege Frauen, Kinder, Ältere Menschen und die Natur schonen.
 
 
 
 
19. Was ist "islamischer Fundamentalismus"?
Der "islamische Fundamentalismus", der in den Augen des Westens mit der Revolution im Iran begann, wird mit Terror gleichgesetzt und die westliche Welt sieht darin, nach dem Zusammenbruch der Sowjetmacht, die größte Gefahr für sich.
 
Aber für die überwältigende Mehrheit der Muslime auf der ganzen Welt ist der Begriff "islamischer Fundamentalismus" ein falscher Begriff.
Sie würden zwar akzeptieren, dass sie auf den Fundamenten ihres Glaubens stehen, nicht aber, dass sie 
Extremisten sind.
 
Die Terroranschläge, die mit dem Islam begründet werden, werden von den Medien als einen Akt des "islamischen Fundamentalismus" bezeichnet. Terrorismus aber widerspricht den Fundamenten des Islams und Bombenattentate können nicht islamisch sein, wenn die Möglichkeit der friedlichen Auseinandersetzung offen steht.
 
Der Islam begünstigt den Krieg nicht. Denn der islamische Glaube und seine Kultur blühten in der Zeit des Friedens und nicht in der des Krieges auf.
 
Deswegen sollte fairerweise differenziert und nicht der Islam und die restlichen Muslime für den Missbrauch des Islams durch einige wenige verurteilt werden.
 
 
 
 
20. Hat der Islam eine eigene Zeitrechnung?
Der islamische Kalender beginnt mit der Auswanderung (Hijra) des Propheten Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) von Makkah nach Medina im Jahre 622 n. Chr. Das islamische Jahr ist ein Mondjahr mit 
354 oder 355 Tagen.
 
Der erste Monat wird Muharram genannt. Das Jahr 2011 n. Chr. entspricht dem islamischen Jahr 1432
nach der Hijra.
 
 
 
 
21. Warum dürfen muslimische Männer mehrere Frauen heiraten?
Die religiöse Überlieferung zeigt, dass außer Jesus, der nicht verheiratet war, viele Propheten mehr als eine Ehefrau hatten.
 
Für muslimische Männer gibt es nach dem Qur’an die Erlaubnis, mit mehr als einer Frau gleichzeitig verheiratet zu sein, jedoch nicht, um ihre Lust zu befriedigen, sondern um unter anderem die Versorgung von Witwen und 
Waisen nach einem Krieg zu gewährleisten. 
 
Die Mehrehe ist keine Pflicht und unter den Muslimen eher die Ausnahme. In der vorislamischen Zeit hatten die Männer gewöhnlich mehrere Frauen, einer von ihnen hatte z. B. elf Ehegattinnen.
 
Als er Muslim wurde, fragte er den Propheten Muhammad: "Was soll ich mit so vielen Frauen?"
Dieser antwortete: "Scheide dich von allen, außer von vieren." 
Der Qur’an sagt:
 
"... so heiratet, wer für euch von den Frauen gut ist, zweie und dreie und viere, und wenn ihr fürchtet, dass ihr nicht gerecht seid, dann eine einzige..." (4:3).
 
 
Weil es in der Praxis sehr schwierig ist, alle Ehefrauen gerecht zu behandeln, haben die meisten muslimischen Männer nicht mehr als eine Frau.
 
Der Prophet Muhammad selbst war von seinem 25. bis 50. Lebensjahr allein mit seiner ersten Frau Khadija (Allahs Wohlgefallen sei auf ihr) verheiratet.
 
In der westlichen Gesellschaft haben manche Männer, die mit einer Frau verheiratet sind, außereheliche 
Verhältnisse. So wurde in der Zeitschrift "USA Today" (4. April 1988, Abschnitt D) eine Untersuchung veröffentlicht, wonach 4700 Geliebte gefragt wurden, welchen Status sie besitzen wollten.
 
Sie sagten, dass sie eher bevorzugten, eine zweite Ehefrau zu sein als die "andere Frau", da sie weder die Rechte noch die finanzielle Gleichstellung besitzen, die nach dem Gesetz verheirateten Ehefrauen zustehen. Es komme ihnen so vor, als würden sie von den Männern nur benutzt werden.
 
In diesem Video wird darauf näher eingegangen : http://www.youtube.com/watch?v=OM_n2lXuH7g
 
 
 
 
22. Werden die Frauen im Islam unterdrückt?
Nein, im Gegenteil. Der Islam hob die Stellung der Frau bereits vor 1400 Jahren an, indem er ihr das Scheidungsrecht, das Recht auf finanzielle Unabhängigkeit und Unterhalt sowie das Recht, als ehrbare Frau erkannt zu werden (Hijab), zubilligte, und dies zu einer Zeit, in der die Frauen in der übrigen Welt, Europa eingeschlossen, keine derartigen Rechte besaßen.
 
In Bezug auf ihre religiösen Handlungen ist die Frau dem Mann gleichgestellt (Qur’an 33:35).
Dies wird im Qur’an auch in 4:124 wie folgt erläutert:
 
"Diejenigen aber, die handeln, wie es recht ist – sei es Mann oder Frau - und dabei gläubig sind, 
werden ins Paradies eingehen und nicht im geringsten Unrecht erleiden".
 
Der Islam erlaubt der Frau, nach der Heirat ihren Mädchennamen zu behalten, ihr selbstverdientes Geld zu verwalten und es so auszugeben, wie sie es wünscht.
 
Er trägt dem Mann auf, die Frau in der Öffentlichkeit vor Belästigung zu beschützen. Der Prophet Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte zu den muslimischen Männern:
 
"Der Beste unter euch ist derjenige, welcher am besten zu seiner Familie ist."
 
Nicht der Islam, sondern einige muslimische Männer unterdrücken heutzutage ihre Frauen. Dies geschieht aufgrund ihrer kulturellen Angewohnheiten oder aus Unkenntnis über ihre eigene Religion.
 
 
 
 
23. Ist der Islam religiösen Minderheiten gegenüber intolerant?
Der Islam erkennt die Rechte und die Religionsfreiheit von Minderheiten an.
Im Qur’an kommt dies u. a. in dem folgenden Vers zum Ausdruck:  
 
"Kein Zwang in der Religion"(2:256).
 
Um ihr Wohlergehen und ihre Sicherheit zu garantieren, wird den Minderheiten eine Steuer (Dschizja) auferlegt. Außerdem sind sie vom Wehrdienst befreit. Der Prophet Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) verbot muslimischen Heeren, Kirchen oder Synagogen zu zerstören.
 
Der Kalif `Umar (Allahs Wohlgefallen sei auf ihm) erlaubte muslimischen Eroberern nicht einmal, in einer Kirche das islamische Gebet zu verrichten, um nicht die Gefühle der Christen zu verletzen.
 
Die Juden lebten im muslimischen Spanien friedlich mit den Muslimen zusammen und ihr Gemeindeleben blühte auf, während sie im restlichen Europa verfolgt wurden. Sie betrachten diesen Teil ihrer Geschichte als das goldene Zeitalter.
 
In islamischen Ländern leben Christen in Wohlstand, haben Regierungsposten inne und werden nicht am Kirchgang gehindert. Christlichen Missionaren ist es erlaubt, Schulen und Krankenhäuser aufzubauen und zu unterhalten. 
 
Dagegen genießen muslimische Minderheiten nicht immer dieselbe religiöse Toleranz, wie man an der spanischen Inquisition und den Kreuzzügen sieht oder wie dies heute im ehemaligen Jugoslawien, in Israel und in Indien der Fall ist. Muslime wissen aber auch, dass ein Herrscher bei der Ausübung seines Amtes nicht immer die Lehren seiner Religion beachtet.
 
 
 
 
24. Wie lautet die islamische Meinung zu folgenden Fragen:
a) Freundschaften und intime Beziehungen:
Der Islam lehnt sowohl außereheliche intime Beziehungen als auch Freundschaften zwischen den Geschlechtern ab. Er fördert die Ehe, die als Schutz vor solchen Versuchungen und als Mittel zur gegenseitigen Liebe, 
Barmherzigkeit und zum Frieden dient.
 
b) Homosexualität:
Der Islam lehnt das Ausleben von homosexuellen Neigungen kategorisch ab und betrachtet sie als Sünde
(Qur’an 7:80ff; 26:165ff). 
 
Unabhängig davon sollen muslimische Ärzte Aids-Kranken aber dieselbe Fürsorge wie anderen Patienten entgegenbringen, auch wenn diese sich durch homosexuelle Kontakte infiziert haben.
 
c) Schwangerschaftsverhütung und Abtreibung:
Während der Islam Schwangerschaftsverhütung in begründeten Fällen erlaubt, gestattet er keine Gewalt gegen das ungeborene Leben.
Er betrachtet Abtreibung als Mord, weil es ein Angriff auf einen lebenden Menschen ist, und befürwortet sie nur dann, wenn dadurch das Leben der Mutter gerettet werden kann.
 
d) Sterbehilfe und Selbstmord:
Der Islam ist sowohl gegen Selbstmord als auch gegen Euthanasie  (Sterbehilfe). Muslime lehnen den Einsatz jeglicher Mittel ab, die dazu dienen, das Leben eines todkranken Patienten künstlich zu "verlängern".
 
 
 
 
25. Wie sollen sich Muslime gegenüber Juden und Christen verhalten? 
Der Qur’an nennt die Juden und Christen das "Volk der Schrift", d.h., sie sind diejenigen, die göttliche Offenbarungen vor der Zeit des Propheten Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) erhalten haben.
 
Muslimen ist auferlegt, sie mit Respekt und Gerechtigkeit zu behandeln und nicht mit ihnen zu kämpfen, solange diese nicht Feindseligkeiten beginnen oder den Islam verspotten. Dieser Respekt und die Toleranz sind aber nicht nur auf Christen und Juden beschränkt.
 
Dennoch haben sie aufgrund der monotheistischen und abrahamitischen Tradition einen besonderen Stellenwert bei den Muslimen.
 
Die Muslime tragen die Hoffnung, dass die Christen und Juden sich ihnen anschließen, um den einen Gott anzubeten und sich Seinem Willen zu unterwerfen. 
 
Der Qur’an wurde für alle Menschen offenbart, auch für Christen und Juden, und nicht nur für die jetzigen Muslime. Leider ist vielen Menschen in Europa diese Tatsache nicht bewusst. Die meisten heutigen Muslime waren vor der Offenbarung des Qur’ans oder vor dem ersten Kontakt mit dem Islam entweder Christen oder Juden.
 
Ihre Nachfahren beten jetzt fünfmal täglich, fasten einen kompletten Monat, folgen den 3Gesetzen Allahs im Qur’an und hoffen auf Seine Gnade und Belohnung mit dem Paradies. Sie lieben und ehren Jesus und Mose 
(Friede sei auf Ihnen) - wie sie auch Muhammad (Friede sei auf ihm) ehren und lieben
 
Allah spricht die Christen und Juden im Qur’an direkt an und fordert sie auf, dieser Offenbarung zu folgen, wenn sie auf Seine Belohnung am Jüngsten Tag hoffen.
 
„Allah hat das Buch (der Qur’an)mit der Wahrheit auf dich (Muhammad) herabgesandt als Bestätigung dessen, was vor ihm war. Und Allah hat auch die Thora und das Evangelium vorher herabgesandt.“ (3:3)
 
„Sprecht: Muhammad "Wir glauben an Allah und an das, was uns herabgesandt worden ist, und was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen (Israels) herabgesandt wurde, und was Mose und Jesus gegeben 
wurde, und was den Propheten von ihrem Herrn gegeben worden ist. Wir machen zwischen ihnen keinen Unterschied, und Ihm sind wir ergeben." (2:136)
 
Als der Gesandte Allahs, Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm), jemanden (als 
Verwalter in den Jemen) schickte, sagte er zu ihm:
"Du wirst (dort) Leuten der Schrift (Arabisch: Ahl-ul-Kitab, Angehörige anderer Schriftreligionen, d. h. Juden und Christen) begegnen, so belehre sie, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass ich Sein Gesandter bin, damit sie dies bezeugen.
Wenn sie auf dich hören, dann erkläre ihnen, dass sie die vorgeschriebenen fünf Gebete verrichten müssen, am Tag und in der Nacht. Wenn sie dir gehorchen, dann setze sie darüber in Kenntnis, dass Allah ihnen eine Abgabe als Pflicht auferlegt hat, die von den Reichen unter ihnen entrichtet wird, um unter den Armen von ihnen verteilt zu werden. Wenn sie dir darin gehorchen, dann nimm ihnen ja nie ihre wertvollsten Besitztümer. Und fürchte 
die Klage des ungerecht behandelten Menschen, denn es gibt zwischen ihr und Allah 
keine Trennwand." (Al-Bukhari und Muslim) 
 
 
 
 
26. Die Glaubensartikel
Ein Muslim glaubt an  einen Gott, erhaben und ewig, unendlich und mächtig, gnädig und barmherzig, Schöpfer und Versorger.
 
Gott besitzt weder Vater noch Mutter, noch einen Sohn.
 
Er gebiert nicht und ist nicht geboren. 
 
Nichts ist Ihm gleich. Er ist der Gott der Menschen, nicht eines besonderen Stammes oder einer besonderen Rasse.
 
Gott ist hoch und erhaben, aber Seinen gläubigen, verständigen Dienern sehr nahe; Er erhört ihre Gebete und hilft ihnen.
 
Er liebt die Menschen und vergibt ihre Sünden.
 
Seine Barmherzigkeit umfasst alle Dinge.
 
Er gibt den Menschen Frieden, Glück, Wissen und Erfolg.
 
Gott ist der Liebende und der Versorger, der Großzügige, der Großherzige, der Reiche und der Unabhängige, der Vergebende und Milde, der Geduldige, der Einzigartige und der Beschützer, der Richter und der Frieden. 
 
Gottes zahlreiche Eigenschaften sind im Qur’an erwähnt.
 
Gott erschuf den Verstand des Menschen, damit dieser begreifen kann; Er erschuf die Seele und das Bewusstsein, damit der Mensch gut und rechtschaffen werden kann. 
 
Er erschuf das Gefühl, damit der Mensch freundlich und menschlich sein kann. Im Gegenzug für all die Gnade und Barmherzigkeit, die Gott dem Menschen erwiesen hat, benötigt Er nichts von uns, weil Er auf nichts und niemanden angewiesen und unabhängig ist. Gott lädt uns ein, Ihn zu erkennen, Ihn zu lieben und Seine Anordnungen zu befolgen. 
 
Dies ist zu unserem Nutzen und zu unserem Erfolg.
 
 
 
 
27. Die Gesandten und Propheten Gottes
Ein Muslim glaubt an alle Gesandten und Propheten Gottes ohne Unterschied. Alle Gesandten waren sterbliche Menschen. Sie waren von Gott auserwählt worden, um die Menschen den Islam zu lehren.
 
Der Qur’an erwähnt 25 Propheten und Gesandte und berichtet, dass es noch weitere gab. Die Botschaft der Gesandten war im Kern die Gleiche, es war der Islam, und sie kam aus der einen und gleichen Quelle. 
Sie forderten die Menschen auf, sich dem Willen Gottes hinzugeben, d. h. Muslime zu werden.
 
 
 
 
28. Die Offenbarungen und der Qur’an
Ein Muslim glaubt an alle Schriften und Offenbarungen in ihrer vollständigen und ursprünglichen Form.
Allah, der Schöpfer, hat die Menschen nicht ohne Rechtleitung gelassen. Offenbarungen wurden gesandt, um die 
Menschen auf den rechten Pfad zu leiten.
 
Die Botschaft aller Gesandten und Propheten war die Gleiche. Sie forderten die Menschen auf, 
auf den Weg Gottes, von dem sie abgewichen waren, zurückzukehren.
 
Der Qur’an ist das heilige Buch der Muslime. Es ist die abschließende Rechtleitung an die 
Menschen, überbracht durch den Engel Gabriel (Friede sei auf ihm) an den abschließenden der Gesandten, Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm).
 
Jedes Wort des auf Arabisch offenbarten Qur’ans ist das Wort Allahs. Der Qur’an, welcher in 23 Jahren offenbart wurde, hat 114 Kapitel und über 6000 
Verse.
 
Er handelt vom Menschen und von dessen Lebensziel, wobei er alle Lebensbereiche anspricht und vom Leben nach dem Tode berichtet.
Er beinhaltet Prinzipien, Anweisungen und Empfehlungen.
Der Qur’an umfasst grundlegend drei Bereiche:
-Die Einheit Gottes, -das Prophetentum und -das Leben nach dem Tode.
 
Der Qur’an ist historisch gesehen unverändert in seiner Originalform überliefert worden.
Die Muslime lernten und lernen Teile des Qur’ans oder den ganzen Qur’an auswendig.
 
 
 
 
29. Die Engel
Engel sind geistige Wesen, aus Licht geschaffen, die weder essen noch trinken. Sie besitzen keinen freien Willen und sind nur mit dem Dienst für Allah beauftragt.
 
 
 
 
30. Der Jüngste Tag
Die Muslime glauben an den Jüngsten Tag und an die Abrechnung und die Rechenschaft für ihr Leben vor Allah.
 
Nach dem Tode werden die Menschen auferweckt werden und ihre Taten werden im Jenseits vor ihnen ausgebreitet. Ihnen wird entweder von Allah vergeben oder sie werden von Allah ihrer gerechten Strafe zugeführt.
 
Kein Staubkörnchen Gutes oder Schlechtes wird verloren gehen.
 
Allah wird am Tag des Gerichts absolute Gerechtigkeit walten lassen. Das Wissen über den Tag des Gerichts ist allein bei Allah.
 
 
 
 
31. Die Vorherbestimmung
Ein Muslim glaubt an die Vorherbestimmung. Vorherbestimmung bezeichnet das zeitlose Wissen Allahs und die Macht, Seine Pläne vorzubereiten und durchzuführen.
 
Allah ist weise, gerecht und voller Liebe und was Er tut hat Gründe, obwohl wir manchmal nicht in der Lage sind, die Weisheit hinter Seinem Handeln zu erkennen.
 
"Vielleicht ist euch etwas zuwider, während es gut für euch ist. Und vielleicht liebt ihr etwas, während es für euch schlecht ist. Allah weiß, aber ihr weißt nicht Bescheid". Koran: Sure 2 Vers 216
 
Der Mensch überlegt, plant und trifft eine Entscheidung, aber wenn die Dinge nicht so laufen, wie er will, darf er 
die Hoffnung und die Geduld nicht verlieren. 
Stattdessen sollte er auf Allah vertrauen, geduldig ausharren und das hinnehmen, was Gott für ihn bestimmt hat.
 
 
 
 
32. Der Zweck des Lebens
Der Muslim glaubt, dass der Zweck des Lebens der Dienst für Allah ist.
 
Dies bedeutet nicht, dass man sein ganzes Leben in Zurückgezogenheit und Meditation verbringen soll.
 
Gott zu dienen bedeutet zu versuchen, das Leben entsprechend den vorgeschriebenen Regeln Gottes zu führen. Allah zu dienen bedeutet, Ihn zu erkennen, Ihn zu lieben, sich Ihm hinzugeben und alle Lebensbereiche 
auf Ihn auszurichten.
 
 
 
 
33. Die Stellung des Menschen
Der Mensch genießt unter den Lebewesen eine sehr hohe Stellung. Nur der Mensch ist mit Gaben wie Verstand, Geistigkeit und dem Willen zum Handeln ausgestattet.
 
Der Mensch ist nicht von der Geburt bis zum Tode verflucht, sondern er trägt das Potential zum Edlen und Guten in sich.
 
Der Islam lehrt auch, dass jeder Mensch als Muslim geboren wird. Alle Menschen werden ohne Sünde geboren.
 
Wenn ein Mensch die Pubertät erreicht und sein geistiger Zustand in Ordnung ist, wird er verantwortlich für all seine Taten und Handlungen.
 
Die ersten Menschen Adam und Eva begingen gemeinsam eine Sünde.
Sie flehten Allah an, damit Er ihnen ihre Sünde vergebe, und Gott vergab ihnen.
 
 
 
 
34. Die Vergebung
Der Muslim ist der Überzeugung, dass der Mensch sich für die Vergebung seiner Sünden und Verstöße gegen die göttlichen Gebote bemühen muss, indem er der Rechtleitung Allahs folgt.
 
Keiner kann für einen anderen handeln oder um Vergebung bitten. Um Vergebung zu erlangen, muss eine Person Glaube und Tat in Einklang bringen.
 
Allein der Glaube oder die gute Tat reicht nicht aus. Andererseits wird Allah von jemandem keine Rechenschaft verlangen, solange Er ihm nicht den rechten Weg aufgezeigt hat.
 
 
 
 
35. Die Annahme des Glaubens
Ein Muslim glaubt, dass der Glaube nicht vollständig ist, wenn dieser einfach ohne zu hinterfragen blindlings befolgt wird.
Der Mensch muss seinen Glauben auf Überzeugungen gründen, die frei von Zweifeln sind. 
 
Der Islam garantiert die Glaubensfreiheit und verbietet den Zwang zur Religion.
 
Der Muslim unterscheidet im Glauben eindeutig zwischen den Worten Gottes im Qur’an und den Überlieferungen des Propheten Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm), genannt  Hadith.
 
Die Aussagen des Propheten Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) stellen die Auslegung des Qur’ans dar.
Sowohl Qur’an, als auch Hadith sind die Quellen des Islam, aus denen das Wissen geschöpft wird.
 
 
 
 
36. Die Glaubenspraxis
Gott hat den Muslimen fünf grundlegende religiöse Handlungen aufgetragen, davon einige täglich, einige wöchentlich, manche jährlich und andere mindestens einmal im Leben. 
 
Diese Handlungen dienen dazu, den spirituellen Bedürfnissen des Menschen entgegenzukommen und dem gesamten Leben einen religiösen Aspekt zu geben.
 
Die fünf grundlegenden Handlungen (“Die fünf Säulen des Islams”) sind:
 
1. Das Glaubensbekenntnis (Schahada)
2. Die fünf täglichen Gebete
3. Die Almosensteuer (Zakah)
4. Das Fasten im Monat Ramadan
5. Die Wallfahrt (Hajj)
 
1.Das Glaubenbekenntnis
Die erste dieser Pflichten ist das islamische Glaubensbekenntnis, oder Schahada (arabisch ‏الشهادة‎ aš-šahāda), das wie folgt lautet:
 
eshedu enla ilahe illallah ve eshedu enne muhammeden abduhu ve resuluhu
Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Gott gibt und dass Mohammed der Gesandte Gottes ist.
 
Mit diesem Glaubensbekenntnis bekennt sich ein Muslim eindeutig zum strengen Monotheismus. Und die Annahme Mohammad als Gottes Gesandter, dem Quran und schließlich dem Islam
 
Wenn ein Nicht-Muslim zum Islam konvertieren möchte muss er diesen Glaubensbekenntnis auf arabisch aus voller Überzeugung vor 2 Zeugen aussprechen. Natürlich muss er die Bedeutung kennen.
 
 
2. Das Gebet fünfmal am Tag
Die Anbetung des Schöpfers fünfmal am Tag ist die beste Art, um im Menschen eine starke Persönlichkeit zu formen.
Im Gebet schließt sich jede Muskelfaser der Seele und dem Verstand im Gottesdienst und der Lobpreisung Gottes an.
 
Das islamische Gebet ist kein bloßer Gottesdienst, es ist insgesamt ein Ausdruck von geistiger Meditation und spiritueller Hingabe, von Festigung des Charakters und von körperlicher Übung.
 
Neben dem festen, rituellen Gebet gibt es das freie Gebet, ohne besondere Form und zu beliebigen Zeiten.
 
3. Die Zakah
Das Spenden ist ein Akt des Gottesdienstes und der spirituellen Investition. Die Almosensteuer, auf welche die Armen ein Anrecht haben, reinigt nicht nur den Besitz und das Vermögen, sondern auch das Herz von 
Selbstsucht und Gier, von Neid und Eifersucht. 
 
Der Islam nimmt als Religion der Mitte eine gemäßigte, positive und effektive Stellung zwischen Individuum und Gesellschaft, zwischen Bürger und Staat, zwischen Kapitalismus und Sozialismus, zwischen Materialismus und Spiritualismus ein.
 
4. Das Fasten
Der Verzicht auf Essen, Trinken und sexuelle Beziehungen während des Fastens lehrt den Menschen das Prinzip der wahren Liebe zu Gott.
 
Dazu erfährt der Fastende den Sinn von Hoffnung, Demut, Geduld und Selbstlosigkeit, Mäßigung, Willenskraft, Selbstdisziplin sowie einen Geist sozialer Zugehörigkeit, Einheit und Brüderlichkeit.
 
Das verpflichtende Fasten ist im Monat Ramadan von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang vorgeschrieben.
 
5. Die Hajj
Die Wallfahrt ist die größte Versammlung der Erde, die einmal pro Jahr zu den heiligen Stätten von Makkah und Medina stattfindet. 
 
Frieden ist das übergreifende Thema dieses Treffens. Frieden mit Gott, Frieden mit den Menschen, mit sich selbst und mit allen Geschöpfen insgesamt.
 
Der Brauch der Wallfahrt geht auf den Propheten Abraham (Friede sei auf ihm) zurück, der zusammen mit 
seinem Sohn das Gotteshaus - die Ka`ba - in Makkah errichtete.
 
Die Hajj soll die Muslime auch an den Tag des Gerichts erinnern, an dem die Menschen vor Gott stehen werden.
 
 
 
 
 
37. Der Islam umfasst alle Lebensbereiche
Die Muslime besitzen die feste Überzeugung, dass die Botschaft Muhammads (Frieden und Segen seien auf ihm) für die ganze Menschheit bestimmt ist und für alle Zeiten Gültigkeit besitzt.
 
Darauf deuten folgende Punkte hin:
- Ihre Universalität ist in Qur’anstellen eindeutig festgelegt.
 
- Es ist eine logische Schlussfolgerung aus 
der abschließenden Gesandtschaft Muhammads (Frieden und Segen seien auf ihm). Er muss folglich die Leitung und Führung für alle Menschen und zu allen Zeiten besitzen.
 
- Es ist eine Tatsache, dass in den letzten 1400 Jahren seit Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) kein Mensch gekommen ist, dessen Taten, Werke und Leben im entferntesten denen eines Propheten oder Gesandten geähnelt hätten.
 
Es hat bisher niemand ein Buch präsentiert, dessen Anspruch als göttliche Leitung zu gelten ernst genommen werden könnte.
Die Botschaft von Muhammad (Frieden und Segen seien auf ihm) und auch der anderen Propheten, welche die universale Botschaft des Islam gebracht haben, endete nicht mit ihrer Verkündigung.
 
Sie mussten die Menschen führen, indem sie ihnen die Grundsätze des Glaubens erklärten, die ethischen Grundlagen erläuterten und indem sie die Art und Weise des Gottesdienstes, wie er von Gott 
gefordert wird, in die Praxis umsetzten.
 
Die Gläubigen müssen unter ihrer Führung zu einer organisierten Gemeinde wachsen, sodass Gottes Worte über alle anderen Worte hinaus Bestand haben.
 
1. Das spirituelle Leben:
Gebet, Fasten, Armenabgabe, Hajj, Liebe zu Allah und Seinen Gesandten, Liebe zur Wahrheit und der Menschheit, Hoffnung und Vertrauen auf Allah und die guten Taten um Allahs Willen.
 
2. Das intellektuelle Leben:
Wahres Wissen basierend auf klaren Beweisen und unbestreitbaren Belegen, die auf Erfahrung, Experimenten oder auf beidem fußen.
Der Qur’an deutet auf die unendlichen Wissensreichtümer im Universum hin.
Der Islam verlangt auf der Grundlage von Wissen und Forschung den Glauben an Allah.
 
3. Das Privatleben:
Reinheit und Sauberkeit, angemessene Kleidung, rechtes Verhalten und eine gute und gesunde sexuelle Beziehung innerhalb der Ehe.
 
4. Das Familienleben:
Eine Familie ist eine soziale Gruppe von Menschen, deren Mitglieder durch Blutsbande oder Heirat zusammengefügt sind.
Heirat ist für alle, die dazu in der Lage sind, eine religiöse Pflicht. So hat jedes Mitglied der Familie Rechte und Pflichten.
 
5. Das soziale Leben:
Dem Menschen ist von Allah angeraten, seine äußerste Hilfe seinen Familienmitgliedern, Verwandten, Angestellten oder Nachbarn angedeihen zu lassen.
 
Es gibt keine Überlegenheit aufgrund von Klasse, Hautfarbe, Abstammung oder Besitz. Die Menschheit ist eine Familie von demselben Vater und derselben Mutter.
Die Einheit der Menschheit ist nicht nur der Urzustand, sondern auch das Ziel.
 
6. Das wirtschaftliche Leben:
Den Unterhalt durch ehrbare Arbeit zu verdienen ist nicht nur eine Pflicht, sondern auch eine große Tugend und wird sogar als Gottesdienst (‘Ibadah) aufgefasst.
 
Das Verdiente ist Privatbesitz. Das Individuum ist verantwortlich für den Besitz des Staates und der Staat ist 
verantwortlich für die Sicherheit des Individuums.
 
Das islamische Wirtschaftssystem basiert nicht auf arithmetischen Rechnungen, sondern auf Moral und Grundsätzen.
Der Mensch kommt mit leeren Händen auf die Welt und verlässt diese mit leeren Händen. 
 
Der wahre Besitzer aller Dinge ist einzig und allein Allah. Der Mensch ist nur ihr Sachwalter.
 
7. Das politische Leben:
Die Souveränität in einem islamischen Staat gehört Gott.
Der Regierende ist nur ein Ausführender, der von den Menschen gewählt wurde und der entsprechend den Gesetzen Gottes regiert.
Der Staat muss Gerechtigkeit und Sicherheit für alle Bürger garantieren.
 
Nicht-Muslime genießen Rechtsautonomie z. B. in den Bereichen Ehe, Scheidung, Erbrecht und Jurisdiktion (Gerichtsbarkeit).
 
8. Das internationale Leben:
Die Menschheit hat einen gemeinsamen Ursprung, eine gemeinsame Stellung und ein gemeinsames 
Ziel.
 
Die Interessen und Rechte anderer bezüglich Leben, Ehre und Besitz werden geachtet. Unterdrückung ist verboten. Krieg ist nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt.
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